Was? Wie? Wo? - Stewardship Projekte 

Auf das Thema Stewardship bin ich über meine Weiterbildung zum Nature Journaling Educator bei der Wild Wonder Foundation aufmerksam geworden. Dort war es einer der zu erbringenden Leistungsnachweise. Im Grunde geht es darum, dass wir uns der wechselseitigen Beziehung, die wir mit unser natürlichen Umgebung teilen, bewusst werden, um Verantwortung für beiderseitiges Wohlergehen zu übernehmen. 

Stewardship bedeutet: Verantwortung im Sinne des Natur- und Mitweltschutzes zu übernehmen, aktiv sein, um zu schützen, zu erhalten und zum wieder frei geben.  

Wie kann so ein Projekt aussehen?

Dafür gibt es kein festgelegtes Schema, denn jede Umgebung und jede Person ist unterschiedlich. Dennoch gibt es ein paar hilfreiche Anhaltspunkte. Dr. Ayana Elizabeth Johnson hat drei Fragen zusammengetragen, die Dir dabei helfen können, Dein Projekt zu planen und durchzuführen. 

  • Woran hast du Freude? 

  • Was kannst du gut? 

  • Was braucht deine Umgebung? 

Zu den Vorteilen, so ein Stewardship-Projekt zu machen, zählen unter anderem, dass Kennenlernen bereits existierender, regionale Naturschutzgruppen mit denen du arbeiten kannst. Eine nützliche Website dafür könnte GoNature sein. Über diese ist es möglich, bestehende Projekte in der Region oder remote zu finden. Dabei kannst Du sowohl im eigenen Balkonkasten, als auch bei deutschlandweiten Projekten wirksam sein. Außerdem wirst Du bei einem solchen Projekt eine Menge von und mit anderen Menschen lernen. Mein persönliches Highlight ist, dass ich viel mehr über die Besonderheiten meiner Mitwelt erfahren und verstehen gelernt habe. 

Eine weitere Ebene des Stewardship ist die Vereinigung von traditionellem, indigenem Wissen und moderne, wissenschaftlichen Erkenntnisse, um die Biodiversität in Landschaften zu bewahren. Ein Beispiel dafür ist das Wiederaufbereitung von Landschaften nach Bränden. Stewardship kann dabei eine Chance sein, sich mit den Ideen des menschlichen Nutzens der Natur auseinanderzusetzen, sich zu reflektieren und sein Handeln zu verändern. Mehr Infos dazu findest Du beispielsweise bei der California Native Plant Society

In der folgenden Liste, findest Du noch weitere Ideen, wie Dein Projekt aussehen kann. Pass es aber unbedingt an Deine eigenen Kapazitäten an! Zum einen, weil Du dann nicht so oft Aktionen verschieben oder ausfallen lassen wirst und Du somit langfristig dran bleibst. Zum anderen, bleibt der Spaßfaktor länger erhalten. Dein Stewardship-Projekt kann frustrierende Momente haben. Wenn Du nicht immer gegen Dich selbst und Deine Zeit arbeiten musst, wird es wesentlich mehr Wert für Dich haben. 

Was kannst Du machen? - Eine kleine Auswahl 

  • Müll sammeln (zum Beispiel zum nächsten Geburtstag) 

  • Regelmäßig an einem Citizen Science Projekt teilnehmen (*Vogelzählungen, Hummeln melden, …) 

  • Blühstreifen mit Schulklassen betreuen 

  • Zur Renaturierung von Lebensräumen beitragen 

  • Krötenzäune betreuen 

  • weitere Anregungen findest Du zum Beispiel in der Sammlung der Wild Wonder Foundation (Küstenschutz, Vogelschutz, Dokumentation der Flora und Fauna, Umgang mit Wildbränden, …) 

Du hast ein eigenes Stewardship-Projekt durchgeführt und möchtest es mit der Gemeinschaft teilen? Großartig! Schreib uns eine Mail an naturejournalingdeutschland@gmail.com und wir erarbeiten mit Dir einen Artikel dazu. Wie schön wäre es bitte, unsere Erfolge gemeinsam zu feiern und sichtbar zu machen, was wir innerhalb des Netzwerks bewirken? Wir freuen uns drauf! 

Mein Stewardship-Projekt - Falkenfeld

Da ich in meiner Umgebung zunächst keine Stelle parat hatte, der ich mich anschließen konnte/wollte, entschied ich mich dafür ein Gebiet in meiner Umgebung zu kartieren. In diesem Gebiet habe ich für 6 Monate Müll gesammelt und Artenbegegnungen dokumentiert. Wenn Du meine Begegnungen einsehen möchtest, kannst Du sie im Falkenfeld hinterlegten Link einsehen. 

Mein ursprünglicher Plan war es, den Müll zu sammeln, zu lagern und etwas aus ihm zu gestalten. Das lagern hat sich schnell als eklig und unpraktisch gezeigt. Das war erstmal ein Rückschlag. Deshalb hab ich umgeplant und ein Zine zu Stewardship und Naturverbindung erstellt. Um meinem Projekt einen runden Abschluss zu geben, habe ich am World Clean-up Day, dem 20.09.2025 in einem Stadtgebiet meines Wohnortes ein Clean-up organisiert. 

Es hat mir auf jeden Fall viel Spaß gemacht, mich kreativ herausgefordert und ich habe einige meiner wilde Nachbarn besser kennengelernt. Wenn Du jetzt Lust hast, selbst ein Stewardship-Projekt durchzuführen, kann ich Dich dazu nur ermutigen!


Wilde Grüße, Yvonne =)

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Das 1. Nature Journaling Deutschland Treffen